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Philipp und Tom mit Bestleistungen
Philipp Stuckhardt, der nach seiner Bestzeit über 5000 Meter von Karlsruhe auf einen weiteren Wettkampf beim traditionellen Mini-Meeting in Koblenz gesetzt hatte, musste sich innerhalb weniger Stunden voll umorientieren. Was war geschehen? Bei der Veranstaltung in Koblenz, bei der in den letzten Jahren drei bis fünf 5000 Meter-Läufe stattfanden, waren plötzlich nach der Absage einiger Athleten nur noch 11 Dauerleister bereit anzutreten. Diese Athleten wiesen schwächere Zeiten als Philipp auf. Daher zog er seine Startzusage zurück. Nach einer langen Suche wurde der Mittsommerlauf in Regensburg als Ersatzmöglichkeit auserkoren. Erst am Wettkampftag gegen 13 Uhr stand einem Start in der Oberpfälzer Hauptstadt nichts mehr im Wege. Mit seiner Freundin reiste der Hersfelder in einer 5-stündigen Fahrt zum Wettkampfort. Das waren also die Voraussetzungen, die alles andere als optimal zu bezeichnen sind. Nach einem intensiven Einlaufen fühlte sich Philipp sehr gut. In dem mit zahlreichen deutschen Spitzenläufen gespickten Feld konnte er sich tatsächlich einklinken. Überragend dabei die Siegerleistung von Florian Orth mit 13:40 Minuten. Philipp steigerte seine Bestmarke von Karlsruhe um 20 Sekunden und verfehlte mit 14:32,02 Minuten die geforderte Qualifikationsleistung für die Deutsche Meisterschaft nur um acht Sekunden. „Ich bin total überrascht, wie locker ich während des gesamten Laufes war. Der organisatorische Aufwand in Verbindung mit den stressigen Momenten hat mir nicht geschadet. Die Norm für die DM hatte ich eigentlich noch nicht im Visier. Die Erfüllung der Norm hängt von der Möglichkeit einen qualifizierten Wettkampf zu finden ab. Jetzt werde ich beim Pfingst-Sportfest in Baunatal meine 3000 Meter Bestzeit verbessern“, waren die ersten Gedanken von Philipp, der sich nach dem Lauf offensichtlich auf Wolke 7 befand.
Nur einen Tag später fanden in Köln die Deutschen Hochschulmeisterschaften statt. Tom Ring, der in Karlsruhe nur um 28 Zehntel die 15 Minuten-Marke über 5000 Meter verfehlte, nahm im Rahmen der Meisterschaften einen neuen Versuch vor. Ihm war klar, dass eine Meisterschaft von vornherein nicht immer ein Rekordrennen werden würde, aber es kam anders. Die Startzeit um 21.30 Uhr war für die 5000 Meter Läufer, auch unter den klimatischen Voraussetzungen durchaus optimal. Man merkte es dem Läuferfeld an, dass diese guten Bedingungen auch zu persönlichen Bestleistungen führen könnten. Im letzten Jahr holte sich Tom noch den Titel im Halbmarathon. Ihm war klar, dass diese Wiederholung auf der kürzeren Distanz schwierig werden würde. Einen deutlichen Ruck in seiner Einstellung konnte man in der letzten Woche feststellen. So ging er auch das Rennen in der Domstadt an. Auf Platz 5 ankommend packte er endlich die Bezwingung der 15 Minuten Grenze. Der gebürtige Niedensteiner war dann völlig aus dem Häuschen als ihm auf der Anzeigetafel seine neue Bestzeit mit 14:55,17 Minuten mitgeteilt worden war. „Ich war schon äußerst motiviert als ich von der am Vortag erzielten Leistung von Philipp erfahren hatte. Dies gab mir einen richtigen Schub für meine Wettkampfeinstellung. Jetzt werde ich natürlich auch wie Philipp den 3000 Metern in Baunatal stellen“, so der Doktorand über seinen seelischen Zustand.