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Sandra Morchner ist Europameisterin
Fünf deutsche W45-Rekorde hat sie bereits (3.000 m, 5.000 m, 10 km, Halbmarathon und Marathon), viermal war sie in diesem Jahr Deutsche W45-Meisterin. Nun gab es für Sandra Morchner (Laufteam Kassel) die Krönung ihrer Karriere. Mit zwei Titeln und einer Silbermedaille kehrte die 48-Jährige von den Senioren-Europameisterschaften in Venedig zurück. Im Halbmarathon holte sie sich den Gesamtsieg bei den Frauen und in der W45, mit dem deutschen W40-Team den zweiten Platz. In der Netto-Zeit 1:16:59 war Sandra Morchner zwar erstmals unter 1:17, gültig für die Wertung ist aber die Brutto-Zeit. In 1:17:13 blieb die Sylterin dabei nur zwei Sekunden über ihrem Deutschen Rekord, den sie im letzten Jahr beim EAM Kassel Marathon gelaufen war.
In Venedig hatte Morchner mit äußerst widrigen Bedingungen zu kämpfen. "Das war ehrlich gesagt die chaotischste Veranstaltung, bei der ich je gelaufen bin", berichtet sie. Die Strecke wurde einen Tag vorher noch umgelegt und war dann 150 m zu lang, die Startzeit plötzlich um fünf Minuten vorgezogen. Viele hatten ihre Positionen noch nicht eingenommen, auch Sandra Morchner stand kurz vor dem Startschuss noch bei ihrem Lebengefährten Dirk. Zwar gab es alle 5 km zu trinken, aber der Wasservorrat war sehr überschaubar. "Es gab wenigstens Schwämme, das war bei 26 Grad auch gut, denn die erste Streckenhälfte war nahezu ohne Schatten", so die Laufteam-Athletin. Dann ging es landschaftlich flach am Kanal entlang.
Durch das Chaos am Start musste sich Sandra Morchner erst durch das Läuferfeld vor ihr durchkämpfen. "Erst nach 2 Kilometern", sagt sie, "konnte ich mich freilaufen." Dann konnte sie lange Zeit mit Teamkamerad Sebastian Harz (M 35) laufen, was sehr gut für sie war, denn die Spanierin Dolor Parilla Chiclana war ihr fast stets auf den Fersen. Auf den letzten zwei Kilometern zog Sandra Morchner das Tempo mächtig an und gewann mit 30 Sekunden Vorsprung vor der Spanierin. Gemeinsam mit Birgit Prange und Sonja Deiss reichte das auch noch für die Vize-Europameisterschaft im W40-Team.
Inzwischen ist die Wut über die katastrophale Organisation (auch die Siegerehrung dauerte dreieinhalb Stunden) der Freude gewichen. "Europameisterin zu sein, drei Medaillen zu gewinnen und da oben zu stehen und die deutsche Nationalhymne zu hören, das ist schon schön", sagt Sanda Morchner.
Im Kasseler Auestadion, wo sie beim EAM Kassel Marathon ihren Halbmarathon-Titel nicht verteidigen konnte, wurde die Nachricht vom Titelgewinn live mitgeteilt. So konnten ihre Fans ihr zumindest aus der Ferne zujubeln, schließlich ist es auch für das Laufteam Kassel der größte Erfolg in der noch jungen Vereinshistorie. (mikü)