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In memoriam

Nachruf für Winfried Aufenanger

Wir, Die Mitglieder des Laufteams Kassel e.V., müssen Abschied nehmen von unserem sportlichen Leiter Winfried Aufenanger, genannt Aufi.

Laufen war seine Passion, bereits früh als leistungsstarker Mittel -und Langstreckenläufer und später Verantwortung übernehmend im Vereinsgeschehen als Trainer bis hin zum deutschen Marathon Bundestrainer. Darüber hinaus war er Initiator auf Stadtebene, in dem er den Kasseler Citylauf gründete und später, nach Ende seiner Laufbahn im gehobenen Polizeidienst, die Marathon GmbH.

Hervorragende Erfolge wurden seither in den zahlreichen von ihm geleiteten Kassler Marathons erzielt. Der Kassel Marathon, das Herzstück der zweiten beruflichen Karriere von Aufi hat neben deutschen auch viele ausländische Läuferinnen und Läufer angezogen.

Jeder Kassel Marathon war ein Ereignis für die Stadt und die Region.

Der Mann hatte Strahlkraft und eine Anziehung, die viele Läuferinnen und Läufer, aktive wie auch inaktive zur Mitwirkung und Unterstützung animierten.

Winfried Aufenanger sw

Aufi der Trainer:

Sein Steckenpferd war nicht allein der Hochleistungssport. Das würde zu kurz greifen. Aus persönlichem Gespräch mit Winfried weiß ich zu berichten, wie wichtig ihm Breitensport und Förderung der Vereinsjugend waren.

Die unzähligen Stunden auf dem Sportplatz, im Gelände und der Halle, in denen er Kinder, Jugendliche und Erwachsene trainiert hat, sind Teil seines Lebenswerks als Trainer.

Unvergessen bleibt die Leichtigkeit mit der Winfried die Läuferinnen und Läufer animieren konnte und aufgebaut hat.

Aufi der Entertainer

Wenn Winfried das Mikro in Händen haltend Namen und Laufzeiten heraussprudelte, zwischendurch noch einen Small Talk mit den Honoratioren haltend die im Zieleinlauf vorbeirauschenden Läuferinnen und Läufer zum Endspurt motivierte,- das war schon großartige Unterhaltung.

Aufi der Stratege

Jahrzehnte seiner Aktivitäten rund um das Laufen war Winfried Mitglied im PSV, dem er bis zu seinem Tod angehörte.

Aber ein Aufbruch zu Neuem war für ihn das Gebot der Stunde, als er in den Jahren 2018/2019 gemeinsam mit einer stattlichen Zahl von Mitgliedern unseren Verein, das Laufteam Kassel e.V. gründete.

Was er machte, machte er ganz. So auch hierbei. In wenigen Monaten wurde das Laufteam zu einer sportlichen Größe neben dem PSV.

Aufi der Kämpfer

Viele wussten von seiner Erkrankung. Er kämpfte gegen sie an. Sein Engagement für den Sport war ihm dabei besonders wichtig. Immer wieder war er anwesend im Marathon Büro, bei Sitzungen des Laufteams, beim Training. „Er braucht das…“ wurde verständnisvoll genickt.

Seine uns allen ebenso ans Herz gewachsene Liebe Frau Brigitte war bei alldem immer neben ihm und ist ebenso präsent im Laufteam.

Und dann, doch plötzlich, ist dieser konstante und präsente Mann von uns gegangen.

So bleibt mir nur zu sagen:

„Danke Aufi für Deine Lebensleistung und für die

Teilhabe an Deinem sportlichen Werdegang.

Mach es gut mein Freund, wo immer du jetzt bist. Du wirst hier unten überall fehlen.“

Joachim Rolle

Bahnlaufserie der LG Göttingen 2021

Auch in diesem Jahr hat die Leichtathletikgemeinschaft Göttingen für die Mittel- und Langstreckler ein legales Wettkampfangebot im Jahnstadion organisiert. Insgesamt drei Läufe umfasste die Göttinger Bahnlaufserie, drei Läufe innerhalb von drei Wochen. Wie bereits im letzten Jahr nutzten Läuferinnen und Läufer des Laufteams Kassel die Startmöglichkeiten. Insgesamt erzielten sie 29 (!) persönliche Bestleistungen. Sieger der Gesamtserie wurde der 31-jährige Lehrer Marius Puchta. Mit seinen Bestleistungen über 1.500 m (4:03,62 Min), 3.000 m (8:41,11 Min.) und 5.000 m (14:58 Min.) dokumentierte er seine gewaltige Leistungsentwicklung. Besonders sein Wettkampfverhalten, er übernahm gleich nach dem jeweiligen Start die Spitzenposition, zeugte von einem großen Selbstvertrauen.
Läuferische Höhepunkte waren die 3.000 m und 5.000 m Läufe.
Auffällig war die Entwicklung unserer Nachwuchsathleten. Über 5.000 m erreichte, der dem Jahrgang 2005 zugehörige Jakob Dieterich, nach seinen tollen Leistungen über 800 m, 1.500 m und 3.000 m, mit 15:41 Min. eine absolute deutsche Spitzenzeit. Über 2.000 m ließen unsere Schüler nichts anbrennen. Pauline Kleesiek, mit 6:41,80 Min., ihr Bruder Leo, mit 6:41,39 Min. (beider starten für den LAV Kassel) und Jan Langenkamp mit 6:45,47 Min. gaben ein Zeugnis für die tolle Trainingsarbeit der Nachwuchstalente ab.

Die Ergebnisse der Athleten des Laufteams:

Göttingen Bahnlaufserie 1. Lauf

800 Meter

1. U16 Aaron Hermenau       2:23,94 Minuten

Männer, Frauen, U18, U16

1. Christian Koch                M 2:11,63 Minuten

9. Müller Jürgen                 M 2:29,73 Minuten

11. Hannah Müller              W18 2:36,08 Minuten

15. Wolfgang Betzin            M 2:52,80 Minuten

2000 Meter

1. Leo Kleesiek                  M12 6:41,39 Minuten

2. Pauline Kleesiek             W14 6:41,80 Minuten

3. Moritz Kleesiek              M15 6:42,85 Minuten

4. Jan Langenkamp            M13 6:45,47 Minuten

3000 Meter

1. Marius Puchta                M 8:41,11 Minuten

2. Dario Ernst                    M 8:47,03 Minuten

4. Leonardo Ortolano         M 8:54,37 Minuten

9. Pascal Fischer                M 9:24,41 Minuten

15. Nina Voelckel               W 10:20,41 Minuten

20. Nico Jung                    M 11:08,24 Minuten


Göttingen Bahnlaufserie 2. Lauf

400 Meter

Christian Koch                   55,37 Sekunden

1.000 Meter

8. Wolfgang Betzin             3:37 Minuten

2.000 Meter

1. Jan Langenkamp            7:01 Minuten

5.000 Meter

1. Marius Puchta                14:58 Minuten

2. Tom Ring                       15:07 Minuten

4. Leonardo Ortolano          15:37 Minuten

5. Jakob Dieterich               15:41 Minuten

Göttingen Bahnlaufserie 3. Lauf

1.500 Meter

1. Marius Puchta                4:03,62 Minuten

2. Leonardo Ortolano          4:20,30 Minuten

7. Marlon Schott                 4:45,32 Minuten

11. Christian Koch              4:57,39 Minuten

15. Jürgen Müller               5:09,33 Minuten

16. Nico Jung                     5:10,88 Minuten

4. Laura Schallert               5:26,61 Minuten

Rund 50 Fans empfingen die Marathon-Läuferin am Montagnachmittag am Bahnhof Wilhelmshöhe in Kassel.
Während knapp hundert Athletinnen und Athleten des deutschen Olympia-Teams sich nach ihrer Rückkehr aus Tokio am Montag im Frankfurter Römer feiern ließen, saß sie schon im Zug nach Kassel: Melat Kejeta, die beim Marathon am vergangenen Samstag den sechsten Platz erreichte, wollte lieber so schnell wie möglich heim.
Der herzliche Empfang, den das Laufteam Kassel spontan im Bahnhof Wilhelmshöhe organisiert hatte, kam für die 28-Jährige unerwartet. Rund 50 Fans, darunter auch ihr Trainer Winfried Aufenanger, beglückwünschten die Athletin zu ihrer hervorragenden Leistung.
Kejeta hatte in Sapporo mit in 2:29:16 Stunden die beste Platzierung einer deutschen Läuferin seit dem vierten Rang von Katrin Dörre-Heinig 1996 in Atlanta erreicht. Bis kurz nach Kilometer 30 hatte Kejeta in der Spitzengruppe mitgemischt, bis die Kenianerinnen das Tempo verschärften. Am Ende war sie nur 116 Sekunden langsamer als die Siegerin Peres Jepchirchir aus Kenia.
Es war kein einfaches Rennen: Die Temperatur betrug in Sapporo bereits morgens um 6 Uhr 29 Grad, bei 80 Prozent Luftfeuchtigkeit: „Ich war etwas nervös und besorgt wegen der Hitze und hatte Magenprobleme“, sagte Kejeta nach dem Rennen im ZDF-Interview. Trotzdem habe sie versucht, alles zu geben und angesichts der schwierigen Bedingungen sei sie mit dem Ergebnis „sehr zufrieden“: „Es war seit meiner Kindheit mein Traum, bei Olympia zu starten, jetzt hat es geklappt“, so die gebürtige Äthiopierin, die seit März 2019 die deutsche Staatsbürgerschaft hat.
„Wir freuen uns sehr mit Melat“, sagt ihr Trainer Winfried Aufenanger. „Das war eine großartige Leistung. Ich bin stolz auf Melat. Bei ihr hat man den absoluten Willen zur Leistung erkannt, trotz erheblicher körperlicher Probleme, hat sie nie aufgehört an sich zu glauben. Das Laufteam Kassel wird sie auch weiterhin stark unterstützen. Die nächsten internationalen Ziele 2022, mit der EM in Deutschland und der WM in der USA stehen bevor. Jetzt soll Melat erst einmal ihre tolle Leistung genießen und sich dann auch gut regenerieren“.

Familientag des Laufteam Kassel,
am Sonntag, 03.10.2021.
Treffpunkt um 10:30 Uhr am Bahnhof Weimar

Liebe Laufteam-Mitglieder und Freunde,
Endlich ist es soweit: nach monatelangem Lockdown und zögernden Beginn mit gemeinsamem Training und einigen wenigen Wettkämpfen haben wir einen Familientag für alle Laufteam-Mitglieder und deren Familienangehörige geplant.
Wir treffen uns um 10:30 h am Bahnhof in Ahnatal-Weimar. Ihr könnt Euer Auto oder Fahrrad auf dem Parkplatz beim Bahnhof abstellen, oder Ihr fahrt mit der Bahn von Kassel nach Weimar (z.B. fährt vom Hbf KS ein Zug um 9:58 h ab und ist um 10:21 h in Weimar).
Um 10:30 Uhr begeben wir uns auf einen gemeinsamen Spaziergang (mit einigen Schleifen) zu unserem Ziel am Bühl (Kiosk). Dort werden wir gegen 12:00 Uhr eintreffen.
Die Läufer unter uns, die diesen Tag zu einem Trainingslauf nutzen möchten, können dies natürlich auch gerne tun. Marius Puchta wird Euch begleiten und auch eine entsprechende Route vorbereiten. Trockene Kleidung solltet Ihr mitbringen, eine Duschmöglichkeit gibt es nicht. Die Hartgesottenen können natürlich auch die Abkühlung direkt im Bühl vornehmen….
Am Ziel gehen wir dann alle zum gemütlichen Teil über. Bei Essen, Trinken, guten Gesprächen haben wir Gelegenheit, uns mal wieder außerhalb der Laufbahnen zu vergnügen. Auch die Kinder kommen auf ihre Kosten, denn der schöne Spielplatz liegt direkt nebenan.
Natürlich müssen wir an diesem Tag auch die 3G-Regelungen berücksichtigen!
Bitte teilt uns bis zum Donnerstag, 23.09.2021, mit, ob Ihr an unserem Familientag teilnehmen könnt und mit wieviel Personen Ihr kommen möchtet. Die Infos sendet Ihr bitte per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Wir alle freuen uns, Euch in großer Runde mal wiederzusehen – bitte kommt!!!
Eure 3G-Nachweise (Impf- oder Genesungsbescheinigung oder aktueller Test) bringt bitte mit.

Liebe Grüße
Vergnügungsausschuss Laufteam Kassel
(Marius Puchta, Brigitte Aufenanger, Elisabeth Ebhardt)

 

Platz sechs: Melat Kejeta sorgt im Olympia-Marathon für Top-Resultat

Das deutsche Marathon-Trio hat am Samstag in der Hitze von Sapporo auf ganzer Linie überzeugt. Mit Platz sechs und dem besten deutschen Olympia-Resultat seit 1996 sorgte Melat Yisak Kejeta für die herausragende deutsche Leistung. Gold holte sich die zweimalige Halbmarathon-Weltmeisterin Peres Jepchirchir.

Das olympische Marathon-Rennen von Sapporo wurde am frühen Morgen bei Temperaturen um 27 Grad zu einem langgezogenen Ausscheidungsrennen, in dem die Favoritinnen erst ab Kilometer 30 so richtig ihre Karten aufdeckten. Lange war ein großer Pulk an der Spitze unterwegs, erst zwischen Kilometer 20 und 30 war dieser schließlich auf eine achtköpfige Gruppe geschrumpft. Die entscheidenden Attacken folgten ab Kilometer 33.

Bis zu diesem Zeitpunkt war auch Melat Yisak Kejeta (Laufteam Kassel) mittendrin im Kampf um die vorderen Plätze, stets aufmerksam, nie in erster Reihe, aber immer an den Fersen der Favoritinnen. Die Verschärfung etwa zehn Kilometer vor Schluss konnte die 28-Jährige jedoch nicht mitgehen, sie war die Erste, die aus der achtköpfigen Gruppe zurückfiel.

An der Spitze sorgte lange auch die US-Amerikanerin Molly Seidel für Tempo, doch als bei Kilometer 38 die favorisierten Kenianerinnen Peres Jepchirchir und Brigid Kosgei einen weiteren Gang hochschalteten, war die bis dahin verbliebene Fünfer-Gruppe, in der auch noch die für Israel startende Lonah Salpeter und die für Bahrain startende Eunice Chumba mitliefen, vollends gesprengt. Lonah Salpeter musste kurz darauf ganz aufgeben. Das Rennen an der Spitze wurde zum Duell um Gold.

Jepchirchir vor Kosgei und Überraschungs-Bronze

Die entscheidende Attacke kam zwei Kilometer vor Schluss von der zweimaligen Halbmarathon-Weltmeisterin Peres Jepchirchir, die die Marathon-Weltrekordlerin abschüttelte. In 2:27:20 Stunden gewann Jepchirchir das zweite olympische Marathon-Gold für Kenia in Folge – und zugleich das zweite überhaupt. Für 2:27:36 und 2:27:46 Stunden gingen Silber und Bronze an Brigid Kosgei sowie überraschend in ihrem ersten dritten Marathon an Molly Seidel.

Hinter der besten Äthiopierin Roza Dereje (2:28:28 h) machte Europameisterin Volha Mazuronak (Belarus; 2:29:06 h) als beste Europäerin ein starkes Rennen, in dem sie vergleichsweise früh abreißen lassen musste, sich mit der zweiten Luft aber wieder nach vorne kämpfen konnte.

Bestes deutsches Marathon-Resultat seit 1996

Und dann kam Melat Kejeta! Die 28-Jährige sorgte auf Platz sechs für das beste deutsche Resultat in einem olympischen Marathon seit 1996, als die heutige Bundestrainerin Katrin Dörre-Heinig in Atlanta (USA) Vierte geworden war. Nach 2:29:16 Stunden riss die Vize-Weltmeisterin im Halbmarathon jubelnd die Arme in die Höhe: Ihre Marathon-Premiere bei einer großen internationalen Meisterschaft war mit einem Top-Ergebnis geschafft.

Ein Wermutstropfen blieb jedoch, wie Melat Kejeta anschließend gegenüber dem ZDF erklärte: "Ich habe versucht, eine Medaille zu bekommen. Aber das Wetter war sehr, sehr warm. Ich habe Magenprobleme gehabt. Ich habe mein Bestes versucht, aber es hat nicht geklappt."

Quelle:Silke Bernhart www.leichtathletik.de 07.08.2021

Foto: BRAUN.vision