Laufteam Kassel

 

Mehr Heimspiel geht nicht- mehr Gilserberg auch nicht

Ein ganz besonderes „Heimspiel“ erlebte ich am Freitag, 17.06.22 beim Gilserberger Abendlauf.

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Dieser fand im Rahmen der Jubiläums- Festwoche anlässlich der Feier des einhundert -jährigen Bestehens des ortsansässigen TSV Gilserberg statt und wurde als Teil der Rennserie des Schwalm- Eder- Laufcups ausgetragen. Der Starschuss für den 10 Kilometer Hauptlauf erfolgte bei noch immer hohen Temperaturen und kräftigem Sonnenschein pünktlich um 18. 30 Uhr. Bereits das Aufwärmen entwickelte sich für mich auf Grund der Hitze zum Kraftakt- aber die Strecke hatte noch so manche Herausforderung zu bieten:

Das erste Drittel des Laufes führte dauerhaft ansteigend durch ein Waldstück, welches glücklicherweise ausreichend Schatten bot. Der anstrengendste Streckenabschnitt folgte ab ca. Kilometer fünf, als das Waldstück verlassen wurde und man im prallen Sonnenschein den Gilserberger Ortsteil Itzenhain erreichte. Für mich persönlich war dies etwas ganz Besonderes, da ich von der Laufstrecke aus durch meinen Heimatort hindurch sogar einen Blick auf mein Elternhaus werfen konnte. Mehr Heimspiel geht hier nicht mehr!

Der eigentliche „Höhepunkt“ des Laufs erfolgte ab Kilometer sieben bei einem extrem steilen Anstieg mit einer permanenten Steigung zwischen 9 und 12 Prozent, der ohne Schatten bei flirrender Hitze erklommen werden musste. Viele Athleten mussten hier der Anstrengung und den Temperaturen Tribut zollen und konnten nur gehend den Aufstieg bewältigen. Diese Passage zeigte mir noch einmal deutlich meinen „Heimvorteil“ auf, da ich um die Herausforderungen meiner „Haus- und Hofstrecke“ wusste und diese Wege schon unzählige Male abgelaufen bin.

Nach zähem Ringen und mit letzten Kräften kam ich erschöpft ins Ziel und durfte dort überglücklich feststellen, dass ich in der Gesamtwertung mit einer Zeit von 43. 33 Minuten den fünften Rang belegt habe – und das Hauptfeld der Herren für mich entscheiden konnte!

Gesamtsieger des Gilserberger Abendlaufes wurde Matthias Berg vom SC Steinatal- vor unserem Laufteam- Kollegen Martin Herbold.

Insgesamt war es für mich eine phantastische Erfahrung, einmal in meiner Heimatgemeinde einen offiziellen Wertungslauf „vor der Haustür“ auf den Wegen absolvieren zu können, die ich schon vor vielen Jahren entdeckt und dort sehr oft trainiert habe.

Da sich insgesamt nur 28 Läuferinnen und Läufer auf die Strecke wagten, bleibt abzuwarten, ob es im nächsten Jahr zu einer zweiten Auflage kommen wird.

Etwas Besonderes, nämlich für Gilserberg Charakteristisches, ereignete sich noch während der Siegerehrung: Jeder Altersklassensieger erhielt als Preis neben einer Urkunde noch eine besondere Belohnung: es gab ein Vier- Pfund- Holzofenbrot der Bäckerei Viehmeier, die in der gesamten Region für ihre Backwaren bekannt ist, aber ursprünglich aus Gilserberg stammt.