Laufteam Kassel

 

Sandra Morchner ist Weltmeisterin im Halbmarathon der AK W50
 
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Nach einigen Tagen von Sightseeing und Anschauung der Aktiven in mehren Disziplinen, Weitsprung, Dreispung, Diskus, Hammer, 4x100m Staffeln ect pp - hierzu Gratulation an Alle Teilnehmer wurde es Sonntag und mein Lauf stand bevor.
Durch einige "widrigen Umstände" und "Krankheiten" konnte ich seit März nicht mehr gut trainieren, absolvierte somit nur mein "Soll". 
Wo stand ich? Mit reduzierter Form wie noch nie ging ich an den Start.
Bis tags zuvor wußten wir noch nicht, ob nun 2,5 oder drei Runden gelaufen werden sollten, auch hörten wir vorher nicht, dass ein "Einlauf in die Halle" stattfinden sollte.
Der Transfer wurde mehr schlecht als recht organisiert - also fuhren meine Mutti und ich mit dem Taxi zum Start - dieser war vom eigentlichen Veranstaltungsort Ratina Stadion Tampere ca. 5 km entfernt. Das TESC war bereits offen.
Pünktlich um 10.00h fiel der Startschuss. 25 Grad, wenig Wind, wenig Schatten, eine hügelige Angelegenheit und ein eintöniger Rundkurs, welcher mit Schotter in den Kurven "durchsetzt" war und mit nur einem ca. 800m langen Stimmungsnest - Start/Zielbereich - erwarteten mich bzw uns.
Da ich von vornherein den Frieden mit mir geschlossen hatte hier auf Platz und nicht auf Zeit zu laufen, gab ich mein Bestes hier von Beginn an darauf zu achten, dass keine W50erin vor mir war. Dies glückte mir scheinbar. Ich lief einige Zeit alleine, dann stieß ich auf einen Mitläufer M55 Great Britian. Nachdem ich länger die Pace gemacht habe forderte ich ihn auf nach vorne zu gehen. Dies nutzte er, nicht um mir auch den "Windschatten" zu geben in welchem er sich ca. 1,5 km aufgehalten hatte, sondern um nach vorne zu preschen. Ich dachte mir nur, lass ihn laufen. Er hielt sich jedoch immer in Sichtweite auf. Letzte Runde - da rief mir zwischenzeitlich meine Mutter zu, dass keine W50igerin vor mir wäre - ich Verstand jedoch, da ist jemand und lief zu nächsten Frau auf - W45, diese konnte es also nicht gewesen sein - wo ist sie, fragte ich mich. Dann sah ich "meinen Briten" wieder - er lief zusammen mit einem Spanier - gleiches Spiel - Windschatten, dann nach vorne. Ich lief auf den Spanier auf - oh man, dachte ich mir, dieser verdammte letzte Hügel hat es aber in sich - seicht ging es bergab - da war der Brite wieder. Den Spanier hinter mir lassend ging ich dazu über, den Briten mir "zu schnappen" zu wollen. Lange brauchte es, bis ich aufschloss. Letzte Kurve, letzter Kilometer - ich zog an ihm vorbei - auch an der bislang auf Gesamt Platz 3 gelaufenen Frau. Ich überholte diese, ich überholte den Briten und konnte das von mir angeschlagene Tempo noch verschärfen und zog auf den letzten 150m auch an zwei weiteren Männern vorbei. Ich hatte das gegeben, was mein Leistungsvermögen an diesem Tag zugelassen hat. Hatte es gereicht? 
Die Nachverpflegung war ein Flopp - zwei Kanister mit Wasser - mehr nicht - für eine Veranstaltung "dieser Größenordnung" mehr als enttäuschend.
Ergebnisliste = Fehlanzeige. Innerraums sah ich zwei Frauen - waren es die beiden einzigen die vor mir waren? Dann gratulierte mir Michael Lang - und ich wusste, es hatte gereicht. Weltmeisterin Halbmarathon W50 - Wahnsinn. Winfried, Du warst auf der Strecke mit mir. 
Wir fuhren zur Siegerehrung. Oben auf dem Treppchen zu stehen, die Nationalhymne zu hören war schon sehr ergreifend - gerne hätte ich "Dich" dabei gehabt. 
Mit Katja Funk und Ute Krause hatte ich ein gutes Team, sodass wir auch die Team W50 Wertung gewonnen haben. 
Doppel-Gold - mehr geht nicht - "Für Dich!" Für das Laufteam-Kassel - und, ein wenig für mich ;-)
 
Bericht (Sandra Morchner)
 
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